Wenn mich heute jemand fragt, warum ich fast jede Scooter-Session filme, denken viele zuerst an YouTube.
Dabei hat das Ganze eigentlich einen ganz anderen Grund.
Natürlich entstehen dadurch Videos für Social Media. Aber das Filmen hat mir über die Jahre etwas gegeben, das viel wichtiger ist: Es hat mir geholfen, besser zu werden, Erinnerungen festzuhalten und meine eigene Entwicklung überhaupt erst richtig zu sehen.
Genau deshalb würde ich heute jedem empfehlen, seine Tricks und Sessions zu filmen – selbst wenn die Videos niemals online gehen.
Am Anfang habe ich fast nichts gefilmt
Als ich mit dem Scooterfahren angefangen habe, habe ich meine ersten Fortschritte kaum festgehalten.
Ich hatte damals das Gefühl, dass meine Tricks noch nicht gut genug wären.
Heute sehe ich das komplett anders.
Denn genau diese ersten Momente sind oft die spannendsten.
Der erste Bunny Hop.
Der erste Drop.
Der erste Tailwhip.
Die Tricks, die damals riesig wirkten, gehören irgendwann zu den Basics. Gerade deshalb wäre es schön gewesen, davon mehr Aufnahmen zu haben.
Damals habe ich mich aber mehr auf den Fortschritt und die Leidenschaft konzentriert als auf die Kamera.
Irgendwann wurde Filmen ein Teil der Scooter-Kultur
Als ich besser wurde und mir meinen ersten richtig guten Scooter zusammengestellt hatte, habe ich angefangen, meine Tricks auf Social Media hochzuladen.
Am Anfang waren das vielleicht zwei oder drei Beiträge im Monat – immer dann, wenn ich einen neuen Trick geschafft hatte.
Mit der Zeit lernte ich immer mehr Leute kennen, fuhr in andere Skateparks und war öfter unterwegs. Viele von ihnen luden jede Woche neue Clips oder kleine Edits hoch.
Das hat mich motiviert.
Nicht, weil ich besser sein wollte als andere.
Sondern weil ich gemerkt habe, wie viel Spaß es macht, seine Fortschritte festzuhalten und mit anderen zu teilen.
Aus ein paar Videos wurden regelmäßige Uploads.
Und irgendwann wurde das einfach ein Teil meines Scooter-Alltags.
Aus ein paar Clips wurde eine echte Reise
Irgendwann wollte ich mehr.
Nicht nur Tricks hochladen, sondern etwas aufbauen.
Also begann ich, YouTube ernster zu nehmen.
Aus kurzen Clips wurden Challenges, Vlogs und längere Videos. Freunde waren dabei, wir fuhren gemeinsam neue Skateparks und plötzlich entstand Schritt für Schritt eine Community.
Heute gibt es jede Woche ein neues Video und täglich kurze Formate.
Wenn ich mir alte Videos anschaue, merke ich oft gar nicht zuerst, wie sehr sich mein Fahrstil verändert hat.
Ich sehe die Skateparks.
Ich sehe die Leute, mit denen ich gefahren bin.
Ich erinnere mich an bestimmte Tage, Sommerferien oder Sessions.
Genau das macht diese Videos für mich so wertvoll.
Filmen macht dich schneller besser
Der größte Vorteil ist aber immer noch derselbe.
Du erkennst Fehler.
Beim Fahren fühlt sich ein Trick oft perfekt an.
Auf dem Video sieht man plötzlich:
"Eigentlich ziehe ich viel zu spät."
Oder:
"Ich springe gar nicht richtig ab."
Oft reicht schon eine kleine Veränderung und der Trick klappt.
Manchmal sieht man den Fehler selbst nicht.
Dann schaut ein Freund über das Video und entdeckt sofort, was verbessert werden kann.
Genau deshalb filme ich neue Tricks fast immer.
Nicht, weil jedes Video online kommen soll.
Sondern weil die Kamera oft der ehrlichste Trainer ist.
Der größte Rückschlag
Über die Jahre gab es aber auch einen Moment, den ich nie vergessen werde.
In den Weihnachtsferien 2024 hatte ich sieben Videos vorproduziert.
Fünf davon waren komplett fertig geschnitten.
Über 130 Stunden Arbeit.
Dann ging meine Festplatte kaputt.
Von einem Tag auf den anderen war plötzlich alles weg.
Nicht nur die Videos.
Auch Projekte, Einstellungen und unzählige Stunden Arbeit.
Eigentlich wollte ich in den Ferien entspannen.
Stattdessen musste ich komplett neu anfangen.
Am nächsten Tag hätte eigentlich schon das nächste YouTube-Video online gehen sollen.
Ich hätte einfach aufgeben können.
Stattdessen habe ich direkt ein neues Video aufgenommen, erklärt, was passiert ist, und zusätzlich noch einen Jahresrückblick erstellt.
Der Upload kam zwar einen Tag später – aber er kam.
Im Nachhinein war genau dieser Rückschlag sogar etwas Positives.
Ich habe meinen Schnittstil verbessert, neue Abläufe entwickelt und später sogar viele der verlorenen Aufnahmen wieder zurückbekommen.
Manchmal entstehen die größten Fortschritte genau dann, wenn etwas überhaupt nicht nach Plan läuft.
Gute Erinnerungen sind genauso wichtig wie gute Videos
Natürlich freue ich mich über ein gelungenes Video.
Aber noch wichtiger ist für mich eine gute Session.
Ein Tag mit Freunden.
Ein neuer Trick.
Ein neuer Skatepark.
Einfach Momente, an die man sich gerne erinnert.
Und genau dabei hilft die Kamera.
Nicht jede Session wird ein perfektes Video.
Aber fast jede Session wird irgendwann zu einer schönen Erinnerung.
Film lieber einmal zu viel als einmal zu wenig
Viele haben am Anfang Angst, ihr Handy aufzustellen.
Oder denken:
"Die anderen schauen bestimmt."
Ganz ehrlich?
Im Nachhinein interessiert das kaum jemanden.
Im Gegenteil.
Gerade wenn Freunde filmen oder man gemeinsam unterwegs ist, fühlt sich das schnell ganz normal an.
Deshalb würde ich heute sagen:
Film lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
Vielleicht schaust du dir das Video nie wieder an.
Vielleicht aber auch in fünf Jahren.
Und genau dann wirst du froh sein, dass du es gemacht hast.
Mehr als nur Videos
Viele denken heute, ich filme hauptsächlich für YouTube.
Natürlich gehört das dazu.
Ich möchte Menschen unterhalten, motivieren und zeigen, was auf meiner eigenen Reise passiert.
Aber selbst wenn Social Media morgen verschwinden würde, würde ich wahrscheinlich trotzdem weiter filmen.
Vielleicht nicht jede Session.
Vielleicht auch andere Hobbys oder besondere Momente.

Einfach, weil Erinnerungen unbezahlbar sind.
Genau deshalb passt auch das Motto "Live your SideQuest."
Während ich meine eigene SideQuest in der echten Welt dokumentiere, erzählt Minik sie auf seine Art – als Cartoon.
Am Ende geht es gar nicht nur um Scooterfahren.
Es geht darum, Erlebnisse festzuhalten, Fortschritte zu sehen und später mit einem Lächeln auf diese Zeit zurückzublicken.
Denn genau diese kleinen Momente sind es, die eine SideQuest unvergesslich machen.
